Aus Aller Welt - Wirtschaft
Das internationale Finanzsystem muss sich nach Aussage von Bundesbank-Präsident Axel Weber tiefgreifend ändern. "Die Finanzmärkte haben sich zwar wieder beruhigt, sind aber noch immer von erhöhter Unsicherheit geprägt und nicht vor Rückschlägen gefeit", sagte er am Mittwoch in Frankfurt am Main bei der Konferenz "Banken im Umbruch".
In der VW-Affäre um Schmiergeld-Zahlungen und Lustreisen muss nun auch der letzte Hauptbeschuldigte vor Gericht. Es ist der ehemalige Personal-Manager Helmuth Schuster. Wie ein Sprecher des Landgerichts Braunschweig am Mittwoch mitteilte, wird er wegen Untreue und Bestechlichkeit ab dem 21. September vor dem Amtsgericht Braunschweig stehen.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind mit Verfassungsbeschwerden gescheitert, mit denen sie Milliarden-Zahlungen der Bundesagentur für Arbeit für Eingliederungs-Maßnahmen an den Bund zu Fall bringen wollten. Das Bundesverfassungsgericht erklärte am Mittwoch sowohl die Beschwerden der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer für unzulässig.
Die Bundesregierung hat sich bei der umstrittenen Neuordnung des Anlegerschutzes geeinigt. Demnach bleiben die rund 80.000 Verkäufer von Finanzprodukten am grauen Kapitalmarkt der Gewerbeaufsicht unterstellt, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf ein Schreiben von Wirtschafts-Staatssekretär Bernhard Heitzer berichtet.
EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will die Geldinstitute künftig regelmäßig testen lassen. "Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass wir die Stresstests künftig regelmäßig durchführen müssen", sagte er dem "Handelsblatt". Dabei verwies er darauf, dass die Tests vom Juli geholfen hätten, "Transparenz zu schaffen und die Märkte zu beruhigen".
Das Handwerk hat den Abwärtstrend bei den Umsätzen im zweiten Quartal gestoppt. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, stiegen die Erlöse um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zuvor waren die Umsätze im Jahresvergleich in sechs aufeinanderfolgenden Quartalen gesunken. Zugleich waren Ende Juni 2010 in der Branche aber 0,6 Prozent weniger Personen tätig als vor einem Jahr.
Die deutsche Wirtschaft hat im Juli erneut mehr Waren exportiert als vor einem Jahr. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch vorläufig mitteilte, belief sich der Gesamtwert der Ausfuhren auf 83,0 Milliarden Euro. Das waren 18,7 Prozent mehr als 2009. Zugleich wurden Waren in Höhe von 69,5 Milliarden Euro eingeführt. Dies entspricht einem Plus von 24,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Arbeitskosten sind im zweiten Quartal 2010 erneut moderat gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, erhöhten sie sich gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal legten sie saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent zu.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im ersten Halbjahr gestiegen. Insgesamt wurden den Amtsgerichten 16.468 Unternehmenspleiten gemeldet, 2,0 Prozent mehr im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Zugleich wurden 53.864 Verbraucherinsolvenzen registriert. Binnen Jahresfrist ist dies ein Anstieg um 11,6 Prozent.
Der Kampf der USA gegen den Terror macht deutschen Unternehmen einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge Probleme. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) beklagt in seinem Außenwirtschaftsreport 2010, dass deutsche Exporteure erst einen umfangreichen Sicherheitscheck über sich ergehen lassen müssten, bevor sie ihre Waren in die USA liefern dürften.
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