Jüdische Gemeinde in Herne beklagt sich über zunehmenden Antisemitismus

Die Jüdische Gemeinde bei uns registriert einen immer weiter zunehmenden Antisemitismus. Vor allem an Schulen sei es stärker geworden, heißt es von der Jüdischen Gemeinde in Bochum-Herne-Hattingen.

© Odelia Cohen - fotolia

Antisemitismus immer größeres Problem

Vor dem Hintergrund des Anschlags in Halle beklagt die jüdische Gemeinde bei uns einen zunehmenden Antisemitismus. Vor allem auf Schulhöfen sei der Begriff "Jude" mittlerweile ein gängiges Schimpfwort. Besonders die Lage an den Schulen sei äußerst bedenklich, sagte uns der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde in Bochum-Herne-Hattingen, Aleksander Chraga. Am Dienstag waren bei einem Anschlag in Halle zwei Menschen getötet worden, der Attentäter hat mittlerweile laut Medienberichten gestanden und das bereits vermutete rechtsextremistische, antisemitische Motiv bestätigt.

"Jude" mittlerweile Schimpfwort auf Schulhöfen

"Du Jude!" - auf Schulhöfen bei uns sei das mittlerweile wieder ein sehr gängiger Begriff. Ein Schimpfwort. Vor allem bei Kindern aus muslimischen Familien würde das immer häufiger vorkommen, berichtet Chraga im Radio Herne-Gespräch. Aber auch abseits der Schulhöfen habe der Antisemitismus zugenommen. Die Herner Mitglieder der Jüdischen Gemeinde würden ihre Kopfbedeckung, die Kippa, nur noch ganz selten offenkundig tragen. Meist würden sie diese in der Öffentlichkeit verdecken. Ähnlich sehe es bei symbolischen Schmuck aus.

Menschenkette um Synagoge geplant

Vor dem nächsten Gottesdienst der Jüdischen Gemeinde bei uns rufen die Kirchen zur Solidarität auf. Am Freitagabend (11.10.) um 18:30 Uhr treffen sich die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen zum Gottesdienst in der Bochumer Synagoge. Schon ab 18 Uhr soll es dort dann eine Menschenkette als Zeichen der Solidarität geben. Antisemitismus sei keine Meinung, sondern Triebkraft des Terrors, sagt der Superintendent der Evangelischen Kirche in Bochum, Dr. Gerald Hagemann. Mit der Menschenkette soll ein symbolischer, schützender Ring um die Synagoge gelegt werden. Die Jüdische Gemeinde hatte zuvor im Gespräch mit Radio Herne bestätigt, dass der Antisemitismus immer weiter zunehme. Übrigens das Shoah-Mahnmal am Willy-Pohlmannplatz wird nach dem Attentat nicht noch mal zusätzlich bewacht. Es sei auch so schon geschützt, erklärte die Stadt auf Radio Herne-Anfrage.

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