Sicherheit an Karneval: So planen Düsseldorf und Köln

Der Straßenkarneval findet zwischen Altweiber und Rosenmontag seinen Höhepunkt. Wie in jedem Jahr sollen Straftaten so niedrig wie möglich gehalten werden. Die Städte Köln und Düsseldorf haben sich gewappnet.

Karneval Köln
© Radio Köln

Ausnahmezustand von Donnerstag bis Dienstag. In den über 100 Stunden sind in Köln und Düsseldorf unzählige Jecken und Karnevals-Touristen unterwegs. Zumeist verläuft bei den Parties in Bars, Diskotheken und Kneipen, bei Straßenkarnevalsumzügen oder an Hotspots wie dem Dom in der Kölner Innenstadt oder dem Rathausplatz in Düsseldorf alles ruhig. Aber eben nicht immer. Zumal die Bedrohungslage für Terroranschläge erst vor kurzem wieder neu aufflammte, vor allem für den Kölner Dom. Deshalb haben sich Polizei, Sicherheitsdienste und die Karnevalsstädte im Vorfeld schon für Konzepte zur Sicherheit verständigt. Diese stellen wir euch - stellvertretend für die Hochburgen Köln und Düsseldorf - vor.

Köln

  • In Köln liegt der Fokus auf das Zülpicher Viertel, rund um die Zülpicher Straße, Barbarossaplatz und Rudolfplatz. Die Zülpicher Straße wird beispielsweise wieder gesperrt, Anwohner, Geschäftsleute und Shop-Inhaber bekommen über spezielle Karten als einzige die Möglichkeit in die Sperrzonen zu kommen, wenn eigentlich schon alles voll ist. Grünflächen wie das Aachener Weiher sollen vor Müll und Verunreinigung geschützt werden und sind daher ebenfalls abgesperrt.
  • Über 1.500 Polizisten, 200 Ordnungsamt-Mitarbeiter und 1.000 private Sicherheitskräfte sorgen für den Schutz. Außerdem sind sie dafür zuständig, den Zufluss an Menschen zu regeln und zu lenken.
  • Ein Glasverbot in der gesamten Sessionszeit ist ebenfalls wieder zu beachten - wer mit Glasflaschen unterwegs ist, wird aufgefordert, das jeweilige Getränk in Becher umzufüllen.
  • Wildpinkler werden besonders bestraft und müssen - wenn sie erwischt werden - bis zu 200 Euro zahlen
  • Fokus soll auch auf die Prävention von Übergriffen und Belästigungen von Frauen und Mädchen im Straßenkarneval liegen. Es gibt eine eigens eingerichtete Telefonnummer (0221 - 221-2777), die bis in die Nacht besetzt sein wird.

Düsseldorf

  • Wie in Köln wird es auch in Düsseldorf Glasverbotszonen und Waffenverbotszonen geben. Das gilt insbesondere für die Altstadt rund um die Bolkerstraße. Das Glasverbot greift ab Altweiber um 8 Uhr und geht - mit kurzen Unterbrechungen - bis Veilchendienstag um 5 Uhr.
  • 16 Zugänge wird es zur Altstadt geben, dort werden Personen kontrolliert, unter anderem auf Glasflaschen.
  • Wildpinkler werden mit einem Bußgeld von bis zu 150 Euro plus Verwaltungsgebühr bestraft. Über 500 Mobile Toiletten sollen dafür sorgen, dass an Wildpinkeln überhaupt erst gar nicht gedacht wird.
  • Polizei, Ordnungsamt und private Sicherheitsfirmen werden ebenfalls mit einem großen Aufgebot unterwegs sein. Bedeutet beispielsweise: zu Spitzenzeiten werden Polizisten im vierstelligen Bereich unterwegs sein.
  • Um Krankenhäuser und Rettungsdienste zu entlasten, werden temporäre Erstversorgungseinrichtungen (u.a. im Rathausinnenhof oder am Marktplatz) aufgestellt. Auch mobile Feuer- und Rettungswachen werden eingerichtet. Die Leitstellen erhalten in der wichtigsten Woche des Karnevalsjahres auch ordentlich Zuwachs, sodass kein Notruf untergehen soll.

Autor: Joachim Schultheis

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