
Wer mit dem öffentlichen Nahverkehr in eine andere Stadt fährt, muss ab heute mit teilweise höheren Preisen rechnen. Die nächste Stufe der VRR Tarifreform tritt in Kraft. Damit werden Tarifgebiete neu zugeschnitten und die bisherige Wabenstruktur fällt weg. Bochum und Gelsenkirchen zum Beispiel sind dadurch eine andere Preisstufe und Tickets werden teurer. Herne und Castrop-Rauxel sind dagegen nun ein gemeinsames Tarifgebiet, in dem Tickets der Stufe A ausreichen. Die HCR rät Gelegenheitsnutzern statt einzelnen Tickets zum digitalen eezy.nrw-Tarif, bei dem nur die gefahrene Strecke berechnet wird, wodurch es oftmals günstiger sei. Fahrgäste, die mit dem Deutschlandticket unterwegs sind, betrifft die Änderung nicht. Der VRR spricht in Sachen Tarifreform von einer Vereinfachung.
Kritik und Protest gegen die Tarifreform kommen zum Beispiel von den Seniorinnen und Senioren der IG Metall. Viele Ältere müssten regelmäßig über die Stadtgrenze hinaus pendeln, heißt es. Bislang seien die meisten Tickets in eine unserer Nachbarstädte unter der Preisstufe A für 3,80 Euro zu haben gewesen, ab heute fallen die meisten dieser Tickets unter die Preisstufe B und kosten 7,80 Euro. Laut der Seniorenvertretung der Herner IG Metall, der AGA, schränkten diese steigenden Kosten die Mobilität vieler Seniorinnen und Senioren deutlich ein. Digitale Alternativen seien zwar günstiger, aber auch nur mit entsprechenden Medienkompetenzen verlässlich nutzbar, so der AGA.
