Wespenplage: Wo kommen die vielen Insekten her?

Gefühlt sind diesen Sommer wieder mehr Wespen unterwegs. Aber wie passt das zusammen mit der Warnung von Umweltverbänden, dass es immer weniger Insekten gibt? 

© Linda Trein

Das Bild kann täuschen

Dass es dieses Jahr mehr Wespen als gewöhnlich gibt, stimmt so nicht. Das erklärt Linda Trein vom Netzwerk "Blühende Landschaft". Das Problem sei vielmehr, dass es zu wenig andere Tiere wie Hornissen und Vögel gebe, die Wespen fressen. "Tatsächlich ist es so, dass Wespen innerhalb ihres Lebensraums selbst zwei ganz wichtige Rollen haben. Sie vertilgen andere Insekten, aber die Wespen selbst dienen auch anderen Tieren als Nahrung."

Was machen, wenn die Wespe im Anflug ist?

Wirklich effektiv ist es eigentlich nur, die Speisen konsequent möglichst luftdicht abzudecken, empfiehlt die Expertin. Andere Tricks wie offene Marmeladengläser oder süße Getränke in einigen Meter Entfernung vom Tisch aufstellen, sei wenig zielführend. Auch Hausmittel wie Kaffeepulver verbrennen oder Lavendelduft helfen gerade in der aktivsten Wespenzeit im August eher wenig. Die Arbeiterinnen seien oft viel zu hungrig, um sich von ein wenig Gestank abhalten zu lassen.

Wespen sind nicht aggressiv

Das hektische Fliegen der Wespen hänge mit ihrem Sehvermögen zusammen, so Linda Trein. "Das zeigen sie deshalb, weil sie schlecht sehen können und weil sie im Grunde auf der Suche nach Nahrung den Duftmolekülen unseres Essens folgen. Dadurch wirken die natürlich auf manche Menschen auch bedrohlich, weil sie schnell hin und her fliegen." Wichtigster Tipp deswegen für uns Menschen: Ruhig bleiben.

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