Stadt plant Seilbahn und Hochhaus in Wanne-Eickel

Auf der größten freien Flächenreserve in der Stadt soll ein Multi-Millionen-Projekt entstehen.

© ARCHWERK Generalplaner KG, Bochum

Oberbürgermeister Frank Dudda spricht von "einem Projekt mit internationaler Strahlkraft", für die Stadtentwicklung in Wanne-Eickel wäre es wohl ein Meilenstein: Eine "Internationale Technologiewelt" mit Platz für Unternehmen, Forschung, Wissenschaft und Handwerk schwebt der Verwaltung vor. Es geht um das 40 Fußballfelder große Gelände der früheren Zeche Blumenthal. 1.500 Arbeitsplätze erhofft sich die Stadt nach der Realisierung ihrer Pläne. Den Entwurf hat sie am Donnerstag der Politik vorgestellt.

Bisher hat sich auf einem Teil der Fläche schon der Zughersteller Stadler mit einer Werkstatt angesiedelt. Gleichzeitig kämpft die Bürgerinitiative "Stadtwald Herne - Wir wollen Wald!" für eine Begrünung auf der Fläche.

Lageplan des Mega-Projekts: Rechts das Gelände, links die Gleise des Hauptbahnhofs, über die die Seilbahn führen soll.© ARCHWERK Generalplaner KG, Bochum
Lageplan des Mega-Projekts: Rechts das Gelände, links die Gleise des Hauptbahnhofs, über die die Seilbahn führen soll.
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Der geplante "Multiturm", ein Hochhaus, könnte über hundert Meter hoch werden.© ARCHWERK Generalplaner KG, Bochum
Der geplante "Multiturm", ein Hochhaus, könnte über hundert Meter hoch werden.
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Das sind die aktuellen Pläne

Erste Pläne der Stadt zeigen viel Grün und viel Glas an den Fassaden. Sie plant auch, die Hälfte des Grundstücks zu begrünen und einige neue Wasserflächen zu schaffen. Auf dem Gelände sollen mehrere große Gebäude entstehen, in denen sich Firmen ansiedeln sollen. Ein weiteres Highlight soll eine Seilbahn sein, die das Projekt mit dem Wanne-Eickler Hauptbahnhof verbinden soll.

Mehrere hundert Millionen Euro soll das Projekt kosten. Das Geld soll unter anderem aus Fördermitteln von Land und Bund und auch von privaten Investoren kommen. Bevor die Stadt diese Pläne umsetzten kann, wird es aber noch etwas dauern: Frühestens 2023 sollen alle Genehmigungen da sein und die ersten Bagger anrollen.

So soll der neue Wissenschaftscampus auf dem Gelände aussehen.© ARCHWERK Generalplaner KG, Bochum
So soll der neue Wissenschaftscampus auf dem Gelände aussehen.
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Fragen und Antworten der Stadt zum Mega-Projekt

Wie groß ist die zu überplanende Fläche?

Antwort: Die zu überplanende Fläche ist zirka 30 Hektar groß, das entspricht der Fläche von mehr als 40 Fußballfeldern.

Wie hoch ist die Investitionssumme?

Antwort: Eine genaue Investitionshöhe ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös zu beziffern. Ein Projekt dieser Größenordnung ist sicherlich in einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag anzusiedeln.

Wie will Herne dieses Projekt finanzieren?

Antwort: Herne als Stärkungspakt-Kommune kann ein solches Projekt nicht finanzieren. Ein Mix aus Mitteln aus dem Strukturstärkungsgesetz, Fördermitteln von Land und Bund sowie von privaten Investoren wird nötig sein.

Wie viele Arbeitsplätze werden geschaffen?

Antwort: Erste konservative Schätzungen gehen von mindestens 1.500 neuen Arbeitsplätzen auf der Fläche in Herne aus.

Gibt es bereits Kooperationspartner?

Antwort: Um tragfähige Kooperationen einzugehen, ist es noch zu früh. Das Projekt befindet sich in einem ganz frühen Stadium der Konzeptionsphase.

Wie wird die verkehrliche Anbindung realisiert?

Antwort: Über Verkehrsgutachten wurde geklärt, dass die Erschließung sinnvollerweise am Kreuzungspunkt Bielefelder Straße / Dorstener Straße erfolgt. Die erforderlichen Flächen hat die Stadt durch den Ankauf eines Grundstücks gesichert. Darüber hinaus ist für die Anbindung an den klimafreundlichen Nah- und Fernverkehr der Bau einer Seilbahn geplant.
Ein Blick in den geplanten Wissenschaftscampus.© ARCHWERK Generalplaner KG, Bochum
Ein Blick in den geplanten Wissenschaftscampus.
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Was passiert mit belasteten Böden?

Antwort: Ein genauer Sanierungsplan für belastete Böden muss mit der Bezirksregierung Arnsberg detailliert erstellt und abgestimmt werden. Ein solcher Sanierungsplan liegt noch nicht vor. In der bisherigen Planung ist aber die Errichtung eines sogenannten Landschaftsbauwerks vorgesehen, das sich harmonisch in die Gestaltung einbettet. In diesen Hügel kann belasteter Boden fachgerecht eingebracht werden.

Wie lang wird die Seilbahn?

Antwort: Die Seilbahn wird zirka 1.200 Meter lang sein. Sie könnte jedoch im Rahmen des Mobilitätskonzeptes auf andere Stadtteile erweitert und konzeptionell in einen klimafreundlichen ÖPNV integriert werden.

Welche Ausmaße wird die Tech-Hall haben?

Antwort: Die Tech-Hall wird einen Durchmesser von 200 Meter haben, also als Membrandachkonstruktion mit verglaster Klimahülle rund 32.000 Quadratmeter Grundfläche umfassen. Alle dort integrierten Gebäudeteile (zwei bis vier Geschosse) sind als eingestellte Konstruktionen zu verstehen, die in Holz-Fertigteil-Bauweise erstellt werden.

Wie lang ist die Passerelle?

Antwort: Die Passerelle ist 580 Meter lang. Die Passerelle muss nicht als durchgehendes Gebäude verstanden werden, sondern kann städtebaulich je nach Funktion und Nutzung in einzelnen Gebäudeteilen modular entstehen.

Wie hoch ist der gesamte Grünflächenanteil des Projekts?

Projektziel ist es, mehr als die Hälfte des 30 Hektar großen Areals als Grünflächen (Landschaft, Wald, Gründächer, Wasser) anzulegen.

Welche Branchen sollen angesiedelt werden?

Antwort: Es ist ein Mix aus Forschung, Entwicklung und Produktion – auch mit Handwerk – geplant. Es soll ein branchenübergreifender Mix angesiedelt werden, der möglichst krisenfest Wertschöpfung generiert. So sollen auch lokale und regionale Unternehmen in die ITW · Herne eingebunden werden.

Quelle der Fragen & Antworten: Stadt Herne

Das Gelände liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof Wanne-Eickel© ARCHWERK Generalplaner KG, Bochum
Das Gelände liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof Wanne-Eickel
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Die Stadt Herne hat eine Internetseite zum Projekt geschaltet. Dort können sich alle Herner offiziell zu den Plänen äußern und sich einbringen: https://www.herne.de/blumenthal/

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