Mehr politische Gewalt in Herne

Zahl der Delikte ist deutlich gestiegen, zeigt eine aktuelle Erhebung der Polizei.

Rechts orientierte "besorgte Bürger" stehen am Dienstag, 20.08.2019, in Herne beobachtet von Polizisten vor der Kreuzkirche. Zwei "Spaziergänge" "besorgter Bürger" haben in diesem Sommer bereits in der Herner City stattgefunden, dabei sind die "besorgten Bürger" jeweils von der Kreuzkirche Richtung Bahnhof und zurück gegangen.
© Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services GmbH

Die Zahl der politisch motivierten Gewaltdelikte in Herne ist gestiegen - von drei auf elf. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der für unsere Stadt zuständige Polizei Bochum. Grund für die Zunahme ist laut Polizei das sogenannte "lokale Einsatzgeschehen". Zum einen der Aufmarsch der sogenannten "besorgten Bürger", die über Wochen aktiv waren. Zum anderen der Konflikt in der Türkei wegen der Militäroffensive. Er hatte zu Auseinandersetzungen zwischen türkischen und kurdischen Hernern geführt. Je zwei Körperverletzungen gab es vom rechten und linken Spektrum sowie aus der Ausländerszene. Besonders viele Straftaten gab es auf rechter Seite beim Zeigen verfassungswidriger Symbole.

Auch islamistische Gruppen im Blick

ARCHIV�- ILLUSTRATION - Ein von Salafisten verteilter Koran wird am 14.04.2012 in G�ppingen (Baden-W�rttemberg) in der�Hand gehalten.  Mit einer Gro�razzia in zehn Bundesl�ndern ist die Polizei am fr�hen Dienstagmorgen gegen mutma�liche Unterst�tzer der islamistischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgegangen. Es geht um die umstrittenen Koran-Verteilaktionen �Lies!�.  Foto: Franziska Kraufmann/dpa (zu dpa "�Die wahre Religion� und �Lies!� - Ein islamistisches Netzwerk" am 15.11.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Mit vermeintlich harmlosen Koran-Verteilaktionen locken radikale Salafisten vor allem junge Männer an - wie hier bei einer Aktion in Baden-Württemberg.© Franziska Kraufmann/dpa
Mit vermeintlich harmlosen Koran-Verteilaktionen locken radikale Salafisten vor allem junge Männer an - wie hier bei einer Aktion in Baden-Württemberg.
© Franziska Kraufmann/dpa

Aufmerksam sind die Ermittler auch in Bezug auf die Islamismus/Salafismus-Szene in unserer Stadt. In den vergangenen Jahren habe die Szene teils verdeckt, teils sehr offen, Werbung im Internet und den sozialen Medien für sich gemacht. Vor allem Jugendliche und Heranwachsende würden von Salafisten und Islamisten angesprochen, heißt es von der Polizei. Wirklich in Zahlen zu fassen sei diese Missionierung allerdings nicht.

Dennoch arbeite man vor allem mit Moscheevereinen und Trägern der Jugend- und Sozialarbeit zusammen, um junge Menschen vor dem Einfluss radikaler Muslilme zu schützen. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch den rückkehrenden Dschihadisten, deren Ehefrauen und ihren oft traumatisierten Kindern.

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